Eine Stadt, die wächst, darf nicht bei Familien sparen

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Die stetige Diskussion um die Kinderbetreuung in Dübendorf zeigt, worum es in der Kommunalpolitik wirklich geht: um die Frage, ob wir bei Familien sparen oder sie gezielt entlasten wollen.

Es ist richtig, dass die geplanten Kürzungen bei den Betreuungssubventionen nochmals überprüft wurden. Der Gemeinderat hat mit seinem Budgetentscheid ein klares Signal zugunsten der Familien gesetzt. Denn bezahlbare Kinderbetreuung ist kein Luxus, sondern soziale Infrastruktur. Sie entscheidet, ob Familie und Beruf vereinbar sind, ob Kinder gute Startchancen haben und ob Familien im Alltag entlastet werden.

Gerade in einer wachsenden Stadt wie Dübendorf braucht es aber mehr als punktuelle Korrekturen. Es braucht vorausschauende Politik. Mit dem Zuwachs an Familien wird auch der Bedarf an Kita- und Hortplätzen weiter steigen. Umso wichtiger ist es, dass genügend wohnorts- und schulnahe Angebote rechtzeitig geplant werden. Für Kinder und Eltern macht es einen grossen Unterschied, ob die Betreuung im eigenen Quartier möglich ist oder mit langen Wegen verbunden wird. Dass Primarschulkinder jeden Mittag die Hälfte der wichtigen Mittagspause nur damit verbringen bis zum gut 1 km entfernten Hort zu laufen, ist höchst unangemessen.

Familien brauchen Verlässlichkeit. Das aktuelle Tarifreglement sollte deshalb nun für einige Jahre Bestand haben. Wenn das Budget nicht mehr reicht, muss die Politik die nötigen Mittel bereitstellen – aber nicht mitten im Jahr auf Kosten der Familien an den Tarifen schrauben. Wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst nimmt, darf nicht erst reagieren, wenn der Druck bereits da ist. Gerade für Haushalte mit kleinem oder mittlerem Einkommen sowie für Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf braucht es verlässliche Unterstützung. Wer hier kürzt, spart vielleicht kurzfristig ein paar tausend Franken, verschiebt soziale Probleme aber einfach auf später.

Dübendorf wächst. Und die soziale Infrastruktur muss mitwachsen. Das betrifft nicht nur die Finanzierung, sondern auch die Planung. Umso wichtiger ist es, dass wir vorausschauend Politik machen und rechtzeitig genügend wohnortsnahe Betreuungsplätze schaffen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert nur dann, wenn die Stadt frühzeitig dem tatsächlichen Bedarf gerecht wird.

Für ein Dübendorf, das sich auch Familien leisten können.

Selin Demircali, SP-Kandidatin Gemeinderat

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