Häusliche Gewalt als reines „Ausländerproblem“ abzustempeln und die „10-Millionen-Initiative“ als Lösung zu präsentieren, ist ein Hohn für alle Betroffenen. Frauen mit Migrationshintergrund wird so nicht geholfen. Ausserdem ignoriert diese Rhetorik die Schweizer Opfer von Femiziden, die statistisch oft durch Schweizer Männer (gehäuft in der Altersgruppe 50+) mit Armeewaffen verübt werden. Dass die SVP die Abgabe von Taschenmunition fordert, macht ihre vermeintliche Sorge um die Sicherheit von Frauen unglaubwürdig.
Die Partei träumt offenbar von Massenausschaffungen nach US-Vorbild, die alle treffen könnten, deren Familien nicht seit Generationen hier ansässig sind. Anstatt Integration zu fördern, wird sie von der SVP systematisch verhindert. Das Ergebnis dieser „Chaos-Initiative“ wären Willkür und Unsicherheit, verbunden mit sozialem und wirtschaftlichem Leid – eine Gefahr, die selbst Wirtschaftsführer aus dem SVP-Umfeld wie Peter Spuhler erkannt haben.
Wie SP-Gemeinderat Roland Wüest bereits im Leserbrief vom 17. Februar 2026 ausführte, braucht es keine Abschottung, sondern eine ganzheitliche Strategie: umfassende Mittel für Prävention und Opferhilfe, konsequenten Einsatz rechtsstaatlicher Instrumente, mehr Schutzräume und echte Perspektiven für die Opfer. Die Nachhaltigkeit, welche die SVP ihrer Initiative zuschreibt, ist so kurzsichtig wie deren Klimapolitik.
Dass ein friedliches und erfolgreiches Zusammenleben mit kultureller Vielfalt möglich ist, beweist die Stadt Zürich täglich auf ihrem Weg zur halben Million Einwohner. Auch die dicht bebauten Quartiere Hochbord und Zwicky in Dübendorf zeigen bereits heute, wie eine moderne, kulturell und sozial durchmischte, urbane Gemeinschaft auf begrenztem Raum funktionieren kann.
Remo Streich
SP-Kandidat Sekundarschulpflege Dübendorf-Schwerzenbach
Vorstandsmitglied SP Dübendorf
