SP Dübendorf setzt sich ein für Schutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt

Dübendorf, 01. Juni 2026

Postulat “Strategie im Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt in Dübendorf” von SP-Gemeinderätin Sofia van Moorsel

Der Stadtrat wird eingeladen zu prüfen und zu berichten, wie die Stadt Dübendorf eine kommunale Strategie im Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt entwickeln und umsetzen kann. Die Strategie soll sich an den bestehenden kantonalen und nationalen Massnahmen orientieren und diese auf kommunaler Ebene gezielt ergänzen.

Im Zentrum stehen insbesondere die Handlungsmöglichkeiten der Stadt in folgenden Bereichen:

  • Prävention (z.B. Aufklärung, Früherkennung, Kampagnen im öffentlichen Raum)
  • Erreichbarkeit von Betroffenen, insbesondere vulnerabler Gruppen
  • Niederschwelliger Zugang zu Unterstützungsangeboten
  • Vermittlung und Koordination mit Fachstellen
  • Sensibilisierung der Bevölkerung und der Verwaltung
  • Schulung von Mitarbeitenden in relevanten Bereichen (z.B. Schule, Soziales, Medizin und Pflege, Verwaltung)

Der Bericht soll bestehende Lücken auf kommunaler Ebene identifizieren, Zuständigkeiten klären und einen konkreten Massnahmenplan vorlegen, der die vorgesehenen Massnahmen mit Zuständigkeiten, Zeitplan und Ressourcenbedarf ausweist.

Begründung

Häusliche und sexualisierte Gewalt stellen auch in der Schweiz und im Kanton Zürich ein gravierendes gesellschaftliches Problem dar. Im Kanton Zürich rückt die Polizei durchschnittlich rund 21 Mal pro Tag wegen häuslicher Gewalt aus. Gleichzeitig ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da viele Fälle nicht gemeldet werden.

Die Schweiz hat sich mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention im Jahr 2018 verpflichtet, Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt umfassend zu verhindern, Betroffene zu schützen und Massnahmen koordiniert umzusetzen. Die Umsetzung erfolgt dabei auf allen Staatsebenen – Bund, Kantone und Gemeinden tragen gemeinsam Verantwortung.

Während zentrale Aufgaben wie Strafverfolgung und spezialisierte Opferhilfe primär kantonal organisiert sind, kommt den Gemeinden eine wichtige Rolle in der Prävention, Früherkennung, Sensibilisierung sowie im niederschwelligen Zugang zu Unterstützung zu. Gerade auf kommunaler Ebene besteht die Möglichkeit, Betroffene frühzeitig zu erreichen, lokale Netzwerke zu stärken und bestehende Angebote sichtbar und zugänglich zu machen.

Aus der Beantwortung der schriftlichen Anfrage zur Strategie gegen häusliche Gewalt in Dübendorf vom März 2026 geht hervor, dass in Dübendorf zwar bereits verschiedene Strukturen und Kooperationen bestehen. So arbeitet die Stadtverwaltung mit Fachstellen wie dem Frauenhaus Zürcher Oberland und der Fachstelle Gewaltschutz der Kantonspolizei Zürich zusammen. Auch die Schule bzw. die Schulsozialarbeit übernimmt eine wichtige Rolle in der Früherkennung, Begleitung und Weiterleitung von Betroffenen an spezialisierte Stellen.

Gleichzeitig wird in der Antwort deutlich, dass diese Zusammenarbeit heute weitgehend fallbezogen erfolgt und keine übergeordnete Koordination besteht. Auch bestehen die bestehenden Informations- und Sensibilisierungsmassnahmen gemäss der Antwort des Stadtrates im Wesentlichen aus der städtischen Website sowie punktuellen Kommunikationsmitteln, während eine aktive, breit abgestützte Strategie zur Sensibilisierung und Niederschwelligkeit bislang nicht systematisch entwickelt wurde. Eine kommunale Strategie kann bestehende Angebote sichtbarer machen, Schnittstellen klären, Lücken gezielt schliessen und Massnahmen verbindlich weiterentwickeln.

Die Unterzeichnenden bitten den Stadtrat und den Gemeinderat, dieses Postulat zu prüfen.

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