Die Abstimmung über die Anti-SRG-Initiative ist eine Richtungsentscheidung für unsere Demokratie und für eine vielfältige Informationslandschaft in der Schweiz. Mit ihrer Initiative will die SVP das Budget der SRG halbieren und damit einen der wichtigsten Pfeiler unabhängigen Journalismus schwächen. Das würde die Vielfalt der Berichterstattung gefährden und rechten und wirtschaftlichen Interessengruppen noch mehr Einfluss verschaffen. Internationale und nationale Beispiele zeigen deutlich, wohin die Schwächung unabhängiger Medien führt: Die Familie Trump nutzt mediale Kanäle gezielt zur politischen Mobilisierung, Jeff Bezos nimmt Einfluss auf die Washington Post, Rupert Murdoch instrumentalisiert seine Medienimperien wie Fox News seit Jahren für eigene Machtinteressen, Elon Musk hat X zu einer Plattform mit zunehmender Desinformation umgebaut, und auch in der Schweiz zeigen der Nebelspalter und die Weltwoche, wie mediale Konzentration und politische Agenda Hand in Hand gehen können.
Die SRG hat sich über Jahrzehnte als verlässliche Informationsquelle etabliert. Sie deckt alle Sprachregionen ab und bringt Inhalte generationenübergreifend zu den Menschen. Gerade in Zeiten, in denen Fake News und Desinformation über Social Media und andere Kanäle zunehmen, ist qualitativ hochwertiger Journalismus unverzichtbar. Öffentlich-rechtliche Medien tragen dazu bei, dass die Bevölkerung faktenbasierte und geprüfte Informationen erhält, die nicht von Klickzahlen oder Werbung getrieben werden. Weniger Geld für die SRG würde bedeuten, dass aufwendige Recherchen, Kulturformate und Regionaljournalismus kaum noch finanzierbar wären. Inhalte in allen vier Landessprachen wären massiv gefährdet.
Besonders wichtig ist, dass junge Menschen einfachen und attraktiven Zugang zu verlässlichen Medien haben. Damit sie sich nicht primär auf kurze, algorithmisch kuratierte Inhalte aus sozialen Netzwerken verlassen, muss ein breites und tiefes, öffentliches Angebot bestehen bleiben und weiterentwickelt werden. Ein starkes öffentlich-rechtliches Medienangebot fördert Medienkompetenz und stärkt kritisches Denken.
Aus all diesen Gründen ist am 8. März ein klares Nein zur Anti-SRG-Initiative notwendig. Die SRG ist Teil unserer demokratischen Infrastruktur und trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz bei. Ein Nein schützt unabhängigen Journalismus und damit unsere Demokratie.
Remo Streich
Vorstandsmitglied SP Dübendorf
SP-Kandidat Sekundarschulpflege Dübendorf-Schwerzenbach