Der Leserbrief im Glattaler vom 27. Februar von Daniela und Patrick Maurer trifft den Kern: Es geht nicht um Ideologie, sondern um die Sicherheit und Lebensqualität direkt Betroffener in den Quartieren. Wer wie der SVP-Gemeinderat Patrick Walder im Leserbrief vom 20. Februar schreibt, Petitionen seien ein untaugliches Mittel, übersieht, dass lokale Petitionen genau dort entstehen, wo Kinder täglich zur Schule und in den Kindergarten gehen.
Eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Instituts Demoscope zeigt klar, dass die Unterstützung für Tempo 30 in Quartieren und für die Entscheidungshoheit von Gemeinden gross ist. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung lehnt Einschränkungen dieser Autonomie ab, wie sie der SVP-Bundesrat Albert Rösti per Verordnung anstrebt, und befürwortet Tempo 30 ausdrücklich aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen.
Tempo 30 schützt den Langsamverkehr deutlich. Der Verkehrs-Club der Schweiz stellt fest, dass Temporeduktionen den Lärm reduzieren und die Verkehrssicherheit, besonders für Kinder und ältere Menschen, erheblich verbessern können. Gemäss VCS lassen sich so jährlich Hunderte schwere Verletzungen und mehrere Todesfälle verhindern. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) geht davon aus, dass bei Tempo 30 statt Tempo 50 die Zahl der schweren Unfälle um mindestens ein Drittel sinkt.
Zudem ist die Entwicklung auf nationaler Ebene alarmierend. Die Zahl der Verkehrstoten in der Schweiz ist gemäss der BFU in den letzten Jahren wieder gestiegen. Die Schweiz verzeichnet dabei einen der stärksten Anstiege der Verkehrstoten in Europa. Dieser Negativtrend zeigt, dass mehr entschlossene Massnahmen nötig sind, nicht weniger. Tempo 30 auf Quartierstrassen ist ein wirksames, lokal umsetzbares Mittel, um die Risiken für Schulwege, Fussgängerinnen und Velofahrende konkret zu senken.
Schliesslich ist Tempo 30 auch ein Instrument des Lärmschutzes. Ruhigere Quartiere bedeuten weniger gesundheitliche Belastung für Anwohnende und mehr Lebensqualität. Dass gemäss oben genannter Umfrage fast 80 Prozent der Menschen, die an einer Tempo-30-Strasse wohnen, mit dieser Regelung zufrieden sind, bestätigt dies eindrücklich. Eine auf Expertengutachten basierte, differenzierte und ganzheitliche Lösung durch den Stadtrat, welche die örtlichen Gegebenheiten in den Quartieren berücksichtigt, ist deshalb der richtige Weg.
Remo Streich
Kandidat Sekundarschulpflege Dübendorf-Schwerzenbach
Vorstandsmitglied SP Dübendorf