Am 31. März hat der Dübendorfer Gemeinderat die Gesamtrevision der Ortsplanung verabschiedet. Die SP Dübendorf stimmte der Vorlage zu. Sie sieht darin einen tragfähigen Kompromiss mit wichtigen Verbesserungen für eine sozialverträglichere Verdichtung. Gleichzeitig bleibt für die SP klar: Beim preisgünstigen Wohnraum hätte es mutigere Entscheide gebraucht.
Dübendorf wächst weiter. Entscheidend ist deshalb, wie dieses Wachstum gestaltet wird. Für die SP ist entscheidend, dass die Entwicklung der Stadt sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Menschen orientiert – und nicht den Profitinteressen von Investoren und grossen Grundeigentümer:innen.
Im Richtplan konnte die SP erreichen, dass wohnpolitische Anliegen stärker verankert werden: So sollen die soziale Durchmischung und preisgünstiger Wohnraum bei künftigen Arealentwicklungen stärker mitgedacht werden. Doch insgesamt wären mutigere Entscheide nötig gewesen, um Verdichtung sozialverträglicher zu gestalten.
Immerhin wird nun in einigen Gebieten mit Gestaltungsplanpflicht vorgeschrieben, dass bei einer Mehrausnützung gegenüber der Grundordnung mindestens 40 % der zusätzlich realisierten Wohnfläche preisgünstig sein muss. Das entspricht nur 12% der Fläche in Dübendorf aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Angesichts der realen Verdrängungstendenzen in Dübendorf wäre es notwendig gewesen, dieses Instrument deutlich breiter und konsequenter anzuwenden.
Positiv ist zudem, dass die BZO-Revision unversiegelte Grün- und Erholungsräume stärkt. Das ist wichtig für den Hitzeschutz, das Stadtklima und die Lebensqualität in unserer Stadt. Ein Erfolg ist auch, dass SVP und FDP daran gescheitert sind, den Ergänzungsplan für preisgünstigen Wohnraum zu streichen oder zentrale Vorgaben zu Grünflächen und Freiräumen auszuhöhlen.Trotz der Zustimmung zur Vorlage ist für die SP klar, dass die wohnpolitischen Herausforderungen damit nicht gelöst sind. Dübendorf fehlt es nicht einfach an Wohnraum, sondern vor allem an bezahlbarem Wohnraum. Die Ortsplanungsrevision geht in einzelnen Punkten in die richtige Richtung, löst das Grundproblem aber nicht. Darum braucht es die Wohninitiative der SP Dübendorf für einen kommunalen Wohnbaufonds. Damit soll die Stadt ein wirksames Instrument erhalten, um Bauland und Liegenschaften zu sichern, gemeinnützige Bauträger zu unterstützen und langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Leandra Columberg
Zürcher Kantonsrätin und SP-Gemeinderätin Dübendorf
