Das Hochbord-Quartier braucht Begegnungsorte, keine Bernhardiner, erschienen im Glattaler vom 29. Mai 2026

Zum Leserbrief «Als Fremder im Hochbord» , Glattaler Ausgabe vom 22. Mai

Der Leserbrief «Als Fremder im Hochbord» vom 22. Mai lässt mich ratlos und irritiert zurück. Ist der Brief als Satire auf das Quartier Hochbord zu lesen? Macht er sich auf Kosten der Quartierbewohnerinnen und -bewohner einfach nur lustig über das Hochbord, das ja städteplanerisch ziemlich misslungen ist? Wünscht er sich ganz einfach mehr Ziegen, Bernhardiner mit einem Schweizerkreuz-Fässli und Sennenhunde im Quartier, damit auch er sich im Hochbord heimisch fühlen kann? Oder ist der Brief nur eine simple, versteckte Werbung für die SVP-Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz!», weil sich der Leserbriefschreiber nicht getraut, offen für die Fremdenfeindlichkeit schürende Initiative zu werben?

Ich wohne seit drei Jahren im Hochbord-Quartier. Je länger je mehr wird es für mich zur Heimat. Dennoch gibt es Verbesserungsbedarf und ich bitte die Verantwortlichen der Stadt, endlich einen Beitrag für mehr Lebensqualität im Quartier zu leisten Das könnte zum Beispiel ein kleiner Park im Herzen des Quartiers mit ökologisch wertvoller Bepflanzung und mit Bäumen sein, die alt werden und tiefe Wurzeln machen dürfen: also ein Platz mit Aufenthaltsqualität, wo sich unterschiedliche Menschen, ob mit oder ohne Schweizer Pass, gerne aufhalten und austauschen können.

Auch die Liegenschaftsbesitzer, übrigens alle zu 100 Prozent Schweizerisch, können einen Beitrag leisten, in dem sie preisgünstige Gewerberäume vermieten, so dass es künftig möglich sein wird, ein kleines Café oder ein Geschäft zu betreiben, mit dem man keine grossen Gewinne macht, die aber zur Belebung des Quartiers beitragen. Mit Nagelstudios, Fitnessräumen und Kitas können zwar die Liegenschaftsbesitzer viel Geld verdienen, zur Belebung des Quartiers tragen aber kleine Geschäfte, Treffpunkte und Cafés bei.

Das Hochbord braucht keine Geissen, Bernhardiner, Sennenhunde, Heidis und Peters, um das aktuell leblose Quartier zu beleben. Vielmehr braucht es mehr

Begegnungsorte, öffentliche Treffpunkte, mehr Bäume, die tiefe Wurzeln machen dürfen. Es braucht weniger Tiefgaragen, auf denen nichts mehr nachhaltig wächst. Und die «10-Millionen-Schweiz»-Initiative braucht es schon gar nicht. Ein kräftiges Nein wäre toll.

Judith Stofer, Kantonsrätin AL, Dübendorf

Quelle: https://gruene-duebi.ch/2026/05/29/das-hochbord-quartier-braucht-begegnungsorte-keine-bernhardiner-erschienen-im-glattaler-vom-29-mai-2026/

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